Sehr lange Umleitung für Radfahrer - ein Jahr lang!

Sehr lange Umleitung für Radfahrer - ein Jahr lang! © Stadt Stuttgart

Stellungnahme zur Baustelle am Stadtpalais sowie Brücke Pascalstraße

 

Am Stadtpalais werden Radfahrer auf eine sehr lange Umleitung geschickt.

Die Brücke der Pascalstraße über die A831 wird saniert und für einen möglichen Radschnellweg nicht verbreitert.

Der ADFC nimmt zu beiden Punkten kritisch Stellung.

 

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Dr. Nopper,
sehr geehrte Herren Bürgermeister,
sehr geehrte Stadträtinnen und Stadträte,

aktuell wirbt die Stadt Stuttgart mit einer Kampagne "Rad nimmt Rücksicht" dafür, dass Radfahrende Rücksicht auf zu Fuß Gehende nehmen. Das ist nachvollziehbar und das haben wir ja auch unterstützt.

Jetzt wäre es aber auch wünschenswert, dass die Stadt Stuttgart beim Thema Baustellen endlich Rücksicht auf Radfahrende und zu Fuß Gehende nimmt. Zwei aktuelle Beispiele lassen den ADFC Stuttgart wieder verzweifeln:

Baustelle am Stadtpalais

Am Charlottenplatz soll das Stadtpalais umgestaltet werden und um Platz für die Baustelle zu schaffen, wird Rad- und Fußverkehr gleich mal komplett verboten und muss sich um den Restplatz an der anderen Gebäudeseite streiten:

https://www.stuttgart.de/service/aktuelle-meldungen/april-2022/geaenderte-wegefuehrung-fuer-fussgaenger-und-radfahrer-am-stadtpalais.php

Gerade die Ecke am Charlottenplatz, wo die Anbindung an die Hauptradroute 2 Richtung Stuttgart Ost ist, wird weiter eingeengt, was die Konflikte nochmal verstärken wird! Auch die Radfurt über den Charlottenplatz Richtung Schlossplatz ist nicht mehr zugänglich. Dabei könnte die Stadtverwaltung auch einen der Fahrstreifen der Konrad-Adenauer-Straße direkt vor dem Stadtpalais sperren und dem Fuß- und Radverkehr zur Verfügung stellen. Platz ist hier genug und auf den zweiten Linksabbieger aus dem Tunnel hätte man locker verzichten können, da es auch mehr als genug Alternativstrecken mit dem Auto gibt! Da die Baustelle ein Jahr bestehen bleibt, sollte der Gemeinderat hier dringend Nachbesserungen einfordern!

Brücke im Zuge der Pascalstraße

Darüber hinaus haben wir auf der Webseite der Autobahn GmbH gelesen, dass die Brücke im Zuge der Pascalstraße über die A831 in Stuttgart-Vahingen saniert werden soll:

https://www.autobahn.de/die-autobahn/verkehrsmeldungen/detail/a-831-/-brueckeninstandsetzung-pascalstrasse-/-stuttgart-vaihingen-vollsperrung-pascalstrasse-fuer-brueckeninstandsetzung-erforderlich

Über die Brücke der Pascalstraße verläuft eine der geplanten Radschnellverbindungen aus der Machbarkeitsstudie der Landeshauptstadt Stuttgart, wo explizit ein Radweg Neubau vorgesehen ist. Außerdem ist die Pascalstraße die direkte Verbindung zum neuen Stadtteil Eiermann-Campus. Die Minigehwege an der Brücke sind eines Stadtteils mit mehreren tausend Menschen sicher nicht angemessen. In der Vergangenheit wurde die Verbreiterung der Brücke auch von der Stadt Stuttgart im Zusammenhang mit dem Eiermann-Campus erwähnt. Es wäre logisch die Verbreiterung im Rahmen der Sanierung der Brücke durchzuführen!

Leider ist auf der Webseite der Autobahn GmbH nichts davon zu lesen, dass die Brücke verbreitert wird und da die Sanierung der Brücke in der Presse bisher kein Thema war, liegt es nahe, dass keine Koordination zwischen der Autobahn GmbH und der Stadt Stuttgart stattgefunden hat. Hier fragen wir uns: Wie kann das sein und für wann ist der Ausbau der Brücke vorgesehen!?

Viele Grüße
Tobias Willerding
ADFC Stuttgart
Vorsitzender

 


https://stuttgart.adfc.de/pressemitteilung/stellungnahme-zur-baustelle-am-stadtpalais-sowie-bruecke-pascalstrasse

Häufige Fragen von Alltagsfahrer*innen

  • Was macht der ADFC?

    Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club e.V. (ADFC) ist mit bundesweit mehr als 190.000 Mitgliedern, die größte Interessenvertretung der Radfahrerinnen und Radfahrer in Deutschland und weltweit. Politisch engagiert sich der ADFC auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene für die konsequente Förderung des Radverkehrs. Er berät in allen Fragen rund ums Fahrrad: Recht, Technik, Tourismus.

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  • Was bringt mir eine ADFC-Mitgliedschaft?

    Radfahren muss sicherer und komfortabler werden. Wir nehmen dafür – auch Dank Ihrer Mitgliedschaft – nicht nur Einfluß auf Bundestagsabgeordnete, sondern setzen uns auf Landes- und Kommunalebene für die Interessen von Radfahrern ein. Für Sie hat die ADFC Mitgliedskarte aber nicht nur den Vorteil, dass wir uns für einen sicheren und komfortablen Radverkehr einsetzen: Sie können egal, wo Sie mit Ihrem Fahrrad unterwegs sind, deutschlandweit auf die AFDC-Pannenhilfe zählen. Außerdem erhalten Sie mit unserem zweimonatlich erscheinenden ADFC-Magazin Information rund um alles, was Sie als Radfahrer politisch, technisch und im Alltag bewegt. Zählen können ADFC-Mitglieder außerdem auf besonders vorteilhafte Sonderkonditionen, die wir mit Mietrad- und Carsharing-Anbietern sowie Versicherern und Ökostrom-Anbietern ausgehandelt haben. Sie sind noch kein Mitglied?

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  • Was muss ich beachten, um mein Fahrrad verkehrssicher zu machen?

    Wie ein Fahrrad verkehrstauglich auszustatten ist, legt die Straßenverkehrszulassungsordnung (StVZO) fest. Vorgesehen sind darin zwei voneinander unabhängige Bremsen, die einen sicheren Halt ermöglichen. Für Aufmerksamkeit sorgen Radler*innen mit einer helltönenden Klingel, während zwei rutschfeste und festverschraubte Pedale nicht nur für den richtigen Antrieb sorgen. Je zwei nach vorn und hinten wirkende, gelbe Rückstrahler an den Pedalen stellen nämlich darüber hinaus sicher, dass Sie auch bei eintretender Dämmerung gut gesehen werden können. Ein rotes Rücklicht erhöht zusätzlich die Sichtbarkeit nach hinten und ein weißer Frontscheinwerfer trägt dazu bei, dass Radfahrende die vor sich liegende Strecke gut erkennen. Reflektoren oder wahlweise Reflektorstreifen an den Speichen sind ebenfalls vorgeschrieben. Hinzu kommen ein weißer Reflektor vorne und ein roter Großrückstrahler hinten, die laut StVZO zwingend vorgeschrieben sind.

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  • Worauf sollte ich als Radfahrer achten?

    Menschen, die Rad fahren oder zu Fuß gehen, gehören zu den ungeschützten Verkehrsteilnehmern. Sie haben keine Knautschzone – deshalb ist es umso wichtiger, sich umsichtig im Straßenverkehr zu verhalten. Dazu gehört es, selbstbewusst als Radfahrender im Straßenverkehr aufzutreten, aber gleichzeitig defensiv zu agieren, stets vorausschauend zu fahren und mit Fehlern von anderen Verkehrsteilnehmern zu rechnen.Passen Sie Ihre Fahrweise der entsprechenden Situation an und verhalten Sie sich vorhersehbar, in dem Sie beispielsweise Ihr Abbiegen durch Handzeichen ankündigen. Halten Sie Abstand von Lkw, Lieferwagen und Kommunalfahrzeugen. Aus bestimmten Winkeln können Fahrer nicht erkennen, ob sich seitlich neben dem Lkw Radfahrende befinden. Das kann bei Abbiegemanövern zu schrecklichen Unfällen führen. Beachten Sie immer die für alle Verkehrsteilnehmer gültigen Regeln – und seien Sie nicht als Geisterfahrer auf Straßen und Radwegen unterwegs.

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  • Was ist der Unterschied zwischen Pedelecs und E-Bikes?

    Das Angebot an Elektrofahrrädern teilt sich in unterschiedliche Kategorien auf: Es gibt Pedelecs, schnelle Pedelecs und E-Bikes. Pedelecs sind Fahrräder, die durch einen Elektromotor bis 25 km/h unterstützt werden, wenn der Fahrer in die Pedale tritt. Bei Geschwindigkeiten über 25 km/h regelt der Motor runter. Das schnelle Pedelec unterstützt Fahrende beim Treten bis zu einer Geschwindigkeit von 45 km/h. Damit gilt das S-Pedelec als Kleinkraftrad und für die Benutzung sind ein Versicherungskennzeichen, eine Betriebserlaubnis und eine Fahrerlaubnis der Klasse AM sowie das Tragen eines Helms vorgeschrieben. Ein E-Bike hingegen ist ein Elektro-Mofa, das Radfahrende bis 25 km/h unterstützt, auch wenn diese nicht in die Pedale treten. Für E-Bikes gibt es keine Helmpflicht, aber Versicherungskennzeichen, Betriebserlaubnis und mindestens ein Mofa-Führerschein sind notwendig. E-Bikes spielen am Markt keine große Rolle. Dennoch wird der Begriff E-Bike oft benutzt, obwohl eigentlich Pedelecs gemeint sind – rein rechtlich gibt es große Unterschiede zwischen Pedelecs und E-Bikes.

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  • Gibt es vom ADFC empfohlene Radtouren für meine Reiseplanung?

    Wir können die Frage eindeutig bejahen, wobei wir Ihnen die Auswahl dennoch nicht leicht machen: Der ADFC-Radurlaubsplaner „Deutschland per Rad entdecken“ stellt Ihnen mehr als 165 ausgewählte Radrouten in Deutschland vor. Zusätzlich vergibt der ADFC Sterne für Radrouten. Ähnlich wie bei Hotels sind bis zu fünf Sterne für eine ausgezeichnete Qualität möglich. Durch die Sterne erkennen Sie auf einen Blick mit welcher Güte Sie bei den ADFC-Qualitätsradrouten rechnen können.

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