Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club Kreisverband Stuttgart

Einfahrt in den Schwabtunnel: Auto- und Radfahrende kommen sich in die Quere, Fußgänger*innen brauchen den Gehweg für sich.

Schwabtunnel. Inzwischen gibt es Rad-Piktogramme auf der Fahrbahn. © Christine Lehmann, ADFC Stuttgart

Schwabtunnel: mit Umweltspur und Radwegen!

Über die Verkehrssituation am Schwabtunnel und mögliche Maßnahmen beraten am Dienstag, 24.2. die Bezirksbeiräte Süd und West. Vorab zeigten wir ihnen auf, warum die Umweltspur die beste Lösung ist und weshalb wir an den Anstiegen Radwege brauchen.

Stellungnahme des ADFC Stuttgart zur Verkehrssituation am Schwabtunnel

Sehr geehrter Herr Bezirksvorsteher Jonathan Makurath,
sehr geehrter Herr Bezirksvorsteher Bernhard Mellert,
sehr geehrte Mitglieder der Bezirksbeiräte Stuttgart-West und Stuttgart-Süd,

da am Dienstag, 24.2.2026 über die Verkehrssituation im und um den Schwabtunnel gesprochen werden soll, würden wir gerne nochmals die Ist-Situation beschreiben.

Die Verwaltung hat verschiedene Optimierungen unterhalb eines starken Eingriffes vorgenommen. Wir finden diesen Einsatz gut. Die Stadt hat mit zwei Zählungen festgestellt, dass sich die unerlaubten Überholvorgänge im Bereich Schwabtunnel von 22% aller Radfahrten auf 15% aller Radfahrten von Süd nach West verbessert hat. Die Stuttgarter Zeitung hat dies plakativ überschrieben mit den Worten „Verbesserung um 43 Prozent“.

Doch was bedeutet das für Radfahrende, die auf dieser Strecke werktäglich zur Schule oder Arbeit pendeln? Statt wie bisher jede Woche wird ein Pendler jetzt „nur“ noch alle eineinhalb Wochen überholt. Eine wirkliche Verbesserung sieht sicherlich anders aus. Jeder dieser Überholvorgänge senkt das subjektive Sicherheitsgefühl der Radfahrenden. Es handelt sich außerdem nur um einen Durchschnittswert. Gerade Schüler*innen und Radler*innen ohne E-Antrieb sind langsamer und werden deshalb noch häufiger überholt. Dies hat sich auch bei den Zählungen des ADFC bestätigt. Leider hat sich das Ergebnis des Verkehrsversuchs 2023 auf der Schickhardtstraße mit Piktogrammen bestätigt. Es kommt zwar zu einer Abnahme der Überholvorgänge, allerdings auch zu einer Zunahme enger Überholvorgänge: Die rücksichtsvollen Autofahrer halten sich mehr an die Regeln, die „bösen“ weiterhin nicht.

Daher ist die Umweltspur im Schwabtunnel sicherlich die beste Lösung. Auch mit Umweltspur besteht weiterhin das Problem, dass es aufgrund der Geschwindigkeitsunterschiede an den Steigungsstrecken zu gefährlichen und meistens auch unerlaubten Überholvorgängen kommt. Ohne Umweltspur wird dies noch dringlicher. Daher sollte Autofahrenden an den Anstiegen ein sicheres und StVO-gemäßes Überholen ermöglicht werden. Dafür müssen zwingend Radwege an den Steigungsstrecken im Bereich der Schwabstraße und der Schickhardtstraße erstellt werden, selbst wenn dies Parkplätze kostet. Dies dient vor allem dem Schutz der schwächeren Verkehrsteilnehmer, vor allem auch der Schülerinnen und Schüler. Zusätzlich würde die Buslinie 42 dadurch beschleunigt.

Wenn diese Maßnahmen umgesetzt worden sind, bitten wir um eine Evaluierung der Situation.

Mit freundlichen Grüßen
Peter Friedrich
ADFC-Radverkehrsgruppe Stuttgart-West

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https://stuttgart.adfc.de/artikel/schwabtunnel-mit-umweltspur-und-radwegen

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